Die neue Hochbaugesellschaft soll voraussichtlich im Jahr 2026 an den Start gehen und könnte als städtische Tochter gegründet und Bestandteil des Gleichordnungskonzerns des kommunalen Immobilienunternehmens hanova werden. Schwerpunktmäßig soll sie Bauvorhaben im Bereich der Unterbringung von Obdachlosen und Geflüchteten sowie einige große und komplexe Schulneubauten oder Sanierungsvorhaben umsetzen.
Die Stadt erwartet sowohl aus dem Sondervermögen, das Bundestag und Bundesrat beschlossen haben, als auch aus dem Jahresüberschuss 2024 des Landes Niedersachsen erhebliche Investitionszuschüsse. Daneben hat die Stadt für die kommenden Jahre bereits ein großes Investitionspaket für die Gebäudeinfrastruktur aufgestellt und mit finanziellen Mitteln hinterlegt.
Große Herausforderungen bei der Modernisierung der Gebäudeinfrastruktur
„Wir haben die sehr große Herausforderung, unsere Gebäudeinfrastruktur für die kommenden Jahre und Jahrzehnte weiter zu modernisieren und instand zu halten. Wir sind auf dem Weg, Schulen und Kindergärten, aber auch alle anderen Einrichtungen einschließlich der Verwaltung baulich zukunftsfähig aufstellen. Vor diesem Hintergrund appellieren wir an das Land, deutlich mehr der Mittel aus dem Sondervermögen an die Kommunen weiterzugeben“, sagt Oberbürgermeister Belit Onay und ergänzt: „In der Vergangenheit haben die städtischen Personalvertretungen die Ausgliederung von Aufgaben verständlicherweise kritisch gesehen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir in intensiven Gesprächen mit den Personalräten eine gemeinsame Linie gefunden haben.“
Der städtische Kämmerer und Erste Stadtrat Dr. Axel von der Ohe ergänzt: „Für eine moderne kommunale Infrastruktur zu sorgen, ist insbesondere bei Kitas und Schulen unsere wichtigste Aufgabe. Für die Erledigung dieser Aufgabe helfen uns die zusätzlichen Mittel von Bund und Land. Jetzt ist es an uns, dafür zu sorgen, dass aus dem Geld möglichst schnell funktionierende Schwimmbäder, moderne Feuerwachen, Kinder- und jugendgerechte Bildungseinrichtungen werden. Im Ergebnis schafft eine externe Baugesellschaft nicht nur zusätzliche Kapazitäten bei der Bearbeitung von Projekten, sondern kann im Projektablauf zu schlankeren und schnelleren Prozessen führen.“
Aufgabenbereich des Gebäudemanagements ist stark gewachsen
„Der Aufgabenbereich für die Mitarbeitenden des Gebäudemanagements ist ebenso wie deren Arbeitsoutput in den vergangenen Jahren stark angewachsen. Rund 1.000 Gebäude, die bewirtschaftet, unterhalten, saniert, angemietet oder vermietet und bei Bedarf auch durch Neubauten ersetzt werden müssen, zeigen das Aufgabenspektrum. Die neue Baugesellschaft wird daher eine hilfreiche Unterstützung sein, vor allem um Spitzen abzubauen. Dabei sind wir uns mit dem Gesamtpersonalrat und dem örtlichen Personalrat einig, dass eine Ausgliederung von Bauprojekten auf keinen Fall zu Lasten von städtischen Mitarbeitenden gehen darf“, erläutert Stadtbaurat Thomas Vielhaber. „Zugleich werden wir die internen Prozesse und Schnittstellen mit allen hochbaurelevanten Fachbereichen analysieren und optimieren.“
Der für die kommenden zehn Jahre prognostizierte und mit konkreten Projekten hinterlegte Investitionsbedarf für die Gebäudeinfrastruktur der LHH beläuft sich auf rund 1,2 Milliarden Euro. Geschätzt noch einmal mindestens die gleiche Summe an Finanzmitteln wird in den darauffolgenden zehn Jahren benötigt. Derzeit werden jährlich etwa 120 bis 130 Millionen Euro in die städtischen Gebäude investiert. Zudem fließen mehr als 20 Millionen Euro in die Unterhaltung und Bewirtschaftung. Mit der neuen Baugesellschaft und optimierten Strukturen will die Stadt den Output deutlich erhöhen.