Naturschutz
Wildkätzchen im Wald lassen
Der BUND appelliert an Spaziergänger und Wanderer, Wildkätzchen nicht anzufassen oder gar mitzunehmen, auch wenn sie scheinbar allein und mutterlos angetroffen werden.
Der BUND appelliert an Spaziergänger und Wanderer, Wildkätzchen nicht anzufassen oder gar mitzunehmen, auch wenn sie scheinbar allein und mutterlos angetroffen werden.
Wildkätzchen sollten nicht angefasst oder mitgenommen werden.
Frühlingszeit ist Jungtierzeit – auch bei der Europäischen Wildkatze. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt in dem Zusammenhang vor der Verwechslungsgefahr zwischen Haus- und Wildkatze. Immer wieder kommt es zu folgenschweren Verwechslungen, weil wohlmeinende Spaziergänger junge Wildkatzen aus dem Wald mitnehmen.
Die streng geschützte Europäische Wildkatze kehrt langsam in Niedersachsens Wälder zurück. Im Frühling werden die ersten Jungtiere geboren. Der BUND Niedersachsen warnt deshalb vor der Verwechslung von Wildkatzenjungen mit Hauskatzen und fordert verstärkte Schutzmaßnahmen und Aufklärung.
In Niedersachsen breitet sich die Wildkatze aus den waldreichen Gebieten im Süden langsam in Richtung Norden aus, wo sie inzwischen in der Lüneburger Heide und im Wendland beobachtet wurde. Eine zentrale Gefahr: die Verwechslung von Wildkatzenjungtieren mit vermeintlich ausgesetzten Hauskatzen. Immer wieder nehmen Menschen die kleinen Wildkatzen aus dem Wald mit, in dem Glauben, ein hilfloses Haustier zu retten. Dabei werden die jungen Wildkatzen oft nur kurz von ihrer Mutter zurückgelassen, während diese auf Nahrungssuche ist. Diese unbeabsichtigten Entnahmen können den Tod der Jungtiere zur Folge haben und sind zudem auch in Niedersachsen gesetzlich verboten.
Eine weitere Gefahr können unkastrierte Hauskatzen sein. Sie können sich mit Wildkatzen verpaaren, was zu einer Vermischung beider Arten führen kann. Die sogenannte Hybridisierung kann langfristig die genetische Eigenständigkeit der Wildkatze gefährden, warnt der BUND Niedersachsen. Wichtige Anpassungen der Wildkatze an ihren Lebensraum drohen verloren zu gehen. Zudem können Hauskatzen Krankheiten übertragen, die oft für Wildkatzen tödlich sind.
Die Europäische Wildkatze ist laut Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und gilt laut Roter Liste der gefährdeten Arten bundesweit als „gefährdet“. In Niedersachsen gilt die Art als „gefährdet“. Unsere Hauskatzen stammen nicht von der Wildkatze ab, sondern von der Afrikanischen Falbkatze. Hauskatzen wurden von den Römern nach Mitteleuropa gebracht. Hybride aus Haus- und Wildkatze weisen veränderte genetische Merkmale auf und die ursprünglichen Anpassungen an den Lebensraum der Wildkatze können verloren gehen. Bisher tritt Hybridisierung vor allem in Baden-Württemberg auf, aber auch in anderen Teilen Deutschlands werden Hybridkatzen vereinzelt genetisch nachgewiesen. Sie sind optisch meistens nicht als solche zu erkennen und können gleichermaßen wie Haus- oder Wildkatzen aussehen. Klarheit liefert nur ein Gentest.
Um die Europäische Wildkatze nachweisen zu können, nutzt der BUND das sogenannte Lockstock-Monitoring. Freiwillige Helferinnen und Helfer bringen Holzstöcke in Gebieten aus, in denen die scheue Wildkatze vermutet wird. Sie besprühen die Stöcke mit Baldrian. Der Geruch ist den Sexuallockstoffen der Wildkatze sehr ähnlich und zieht die Tiere magisch an. Die Katzen reiben sich am rauen Holz und hinterlassen einzelne Haare. Die Naturschützer*innen sammeln diese ab. Anschließend schicken sie die Proben für eine genetische Untersuchung zur Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. In Niedersachsen finden aktuell ein Lockstock-Monitoring in der Lüneburger Heide und im Wendland statt.
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